Die Chemie ethnischer Gewalt – Teil2
March 31st, 2010
Deine Angaben über die „armen“ Türken die erst zugewandert sind, als es nur noch schlecht bezahlte Jobs gab, stimmt nicht ganz so, ich habe im Netz recherchiert und folgendes gefunden: „in den folgenden Jahren Anwerbeabkommen mit weiteren Staaten abgeschlossen 1960 mit Spanien und Griechenland, 1961 mit der Türkei, 1963 mit Marokko, 1964 mit Portugal, 1965 mit Tunesien und 1968 mit Jugoslawien.“ Das bedeutet, dass die Türken vor den Portugiesen und vor den Jugoslawen eingewandert sind, d.h. nach deiner These müssten die beiden letzten Nationen schlechter integriert sein, als die Türken, was nicht der Fall ist. Die Türken sind die am schlechtesten integrierte Minderheit in ganz Europa. Aber hier erst mal mehr dazu.
Du sagst, das wären die sprachlichen Barrieren die eine so große Hürde darstellen, die spielen mit Sicherheit auch eine Rolle, wie erklärst du dann aber den Fakt, dass sich 800.000 Polen in Ruhrgebiet sehr schnell integriert haben und das in Zeiten wo man nicht wusste, wie das Wort Integration geschrieben wird. In meinen Augen liegen die Schwierigkeiten vor allem in den großen kulturellen Unterschieden, die wiederum durch die Religion geprägt werden. Wie auch immer, es ist ein Problem, das wir alle gemeinsam lösen müssen, man kann die Leute nicht einfach nach Hause schicken, ich würde aber von der türkischen Community erwarten, dass sie z.B. Statt einer Moschee für 20 Millionen Euro in Köln, lieber Integrations- und Sprachkurse für türkische Kinder bezahlt. Ich würde auch von den türkischen Vätern erwarten, dass sie vielleicht statt fünfmal am Tag in der Moschee zu beten, lieber fünfmal am Tag mit ihren Kindern die deutschen Vokabeln lernen. Ich würde erwarten, dass sie statt die Kinder in die Koranschulen zu schicken, lieber mal ins Theater oder Oper gehen. Ist dir das aufgefallen, dass man in den öffentlichen Bibliotheken so gut wie nie Türken, dafür aber andere Minderheiten, sieht? Die zentrale Frage lautet: Wie kommen wir an Menschen ran, die unsere Kultur und unsere Weltanschauung ablehnen?