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Die Chemie ethnischer Gewalt

December 14th, 2009

Was interessiert es einen Bauern auf der schwäbischen Alb, was in
Afghanistan passiert? Vielleicht ist es ein interessantes Thema
abends am Stammtisch? Dann wird eben ein bisschen geschimpft, so wie
auch über die Polen, die alle deutschen Autos klauen. Aber spätestens
wenn Erntezeit ist, sind ihm die vormals suspekten Polen herzlich
willkommen, weil er ja sonst niemanden mehr findet, der für die
Arbeit gut genug ist. Und so ist es dann auch plötzlich ein Hoch der
geistigen Intelligenz des Bauern, wenn er feststellt, dass man ja
unterscheiden muss, zwischen den guten und ehrlichen Polen und den
sonst gierig kriminellen. Ja, nun ist man plötzlich weltoffen und hat
den anderen als moderner Mensch etwas voraus! Man kann nämlich
“differenzieren”!
Ja Leute! Und so einfach sind (fast) alle an der Nase herumzuführen!
Statt mal zu hinterfragen, was es mit der “Chemie ethnischer Gewalt”
tatsächlich auf sich hat, wird über alle möglichen und unmöglichen
Wahrscheinlichkeiten diskutiert! Nur wer bringt denn einen auf die
Idee, plötzlich Hand gegen den anderen zu ergreifen? Wer hat es
geschafft, als noch Anfang der Neuziger ein Jean-Marie Le Pen als der
“französische Nazi” gebrandmarkt wurde, einen tatsächlich waschechten
Nazi, der auch noch in aller Öffentlichkeit unverholen die
Vernichtung der Juden begrüsste, sogar noch von den sonst so
judenfreundlichen USA und sich betont judenversöhnenden Deutschen
tatkräftig unterstützt wurde? Und dieser wiederum nutzte die
Gelegenheit sein eigenes Volk gegeneinander aufzuhetzen?